Wasser sucht sich einen Weg: Wasserspiele

Die Geschichte beginnt vor 1 1/2 Jahren. Es ist Dezember 2009 und das Wetter ist wie in Hamburg üblich, recht feucht. Gut, wenn man zu den Privilegierten gehört und eine Wohnung hat. Da kann man es sich richtig gemütlich machen. Aus dem Nieselregen in die warme Hütte, Heizung aufgedreht, Kerzen angemacht und ein spannendes Buch geschnappt. Da macht der Sätherbst Spaß.

Doch halt! Da ist ein Geräusch, das vorher noch nicht da war. Blubb. Blubb. Blubb. Sehr regelmäßig, fast wie ein Metronom. Naja, kommt bestimmt von Draußen, aber ignorieren wir das mal. Das Buch ist wichtiger. Doch das Geräusch weigert sich beharrlich zu verstummen. Nach einer Weile fängt es an zu nerven. Also aus der Kuscheldecke rausgeschält, aufgestanden und die Ohren gespitzt.

Das muss im Schlafzimmer sein. Also Licht an und ... Scheiße. Da tropft es doch tatsächlich von der Decke. Plitsch. Platsch. Pling. Das halbe Bett ist schon nass. Die Decke zur Seite gepackt und sie ist klitschnass. Wiegt gefühlte zehn Kilo. Drunter ist es auch nass. Wäre ich Wassermann, wäre das vielleicht für mich, ich bin leider Steinbock.

Na da kann ja was werden. Heute Nacht werde ich bestimmt nicht hier schlafen. Aber irgendwas unternehmen muss ich schon. Besser wird's nicht. Also in die Küche, den Putzeimer geschnappt. Zurück ins schlafzimmer, das Bett zu Seite geschoben und statt dessen den Eimer untergestellt. Sofort verändert sich das Geräusch. Aus dem dumpfen und sanften Platsch wird sofort ein klingendes Pling. Fürs Erste wird's wohl reichen. Tür zu, zurück ins Wohnzimmer und einen leidvolen Blick zum Sofa geworfen: Du bist heute Abend mein Freund, ich habe die Ehre auf Dir zu schlafen. Na toll!

In der Nacht wache ich ein Dutzend Mal auf, das Sofa ist nicht zum drauf schlafen gedacht. Und ich hab Angst, dass der Eimer überlaufen könnte und mein Nachbar unter mir auch ungewollten Kontakt mit den Kräften der Natur bekommt. Doch der Eimer hält. Ha! Zehn Liter müssen erst mal vol werden. Außerdem hat es mitten in der Nacht zu regnen aufgehört. Vielleicht war es auch das.

Direkt nach der Arbeit schreibe ich dem Vermieter einen Brief. Er möge doch dafür sorgen, dass das Dach umgehend repariert wird. Ich bekomme keine Antwort. Also zum Mieterverein. Auch der bekommt keine. Und so geht das Spiel weiter und weiter. Inzwischen haben wir Anfang August 2011 und es regnet immer noch durch. Und jede Woche bekomme ich einen Brief von meinem Vermieter, dass die Leckage behoben ist und bestritten wird, dass es noch durchregnet. Er muss es ja wissen, schließlich wohne ja nur ich hier ...

(Fortsetzung folgt.)

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parade-plakat     Der Aufruf zur Parade
     für das Recht auf Stadt auf
     am 18. Dez. 2009 wurde von
     mehr als 120 Gruppen in Hamburg
     unterstützt. Rund 4000 Menschen
     nahmen teil.       
                  
                           

 

workshop-plakat     Der zweitägige Workshop
     im Centro Sociale am
     20. und 21. Juni 2009 wurde
     die Initialzündung für die
     Gründung des Netzwerks
     "Recht auf Stadt".
                     
                          

 

demo-plakat    Das erste Zeichen, das sich
    in Hamburg etwas Neues anbahnt:
    Am 13. Juni 2009 gingen 1500 
    Menschenauf die Straße,
    um zu zeigen:
    "Die Stadt gehört allen."
                   
                      

 

 
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